Heute erzähle ich mal, wie ich als Grafikdesignerin arbeite.
Ich stelle nämlich immer wieder fest, dass Leute sich nicht vorstellen können, was ich genau mache. 
Das möchte ich gerne ändern, denn wenn ihr wisst, wie ich arbeite, könnt ihr besser entscheiden, ob ich (oder überhaupt ein/e Grafikdesigner*in) euch eines Tages unterstützen soll. Und es verbessert die Kommunikation zwischen Grafikdesignern und Kunden.

Es gibt heute viele Möglichkeiten, sich erst einmal selber zu helfen, wenn man frisch in die Selbständigkeit startet. Jede Menge kostenloser Tools bieten zum Beispiel die Erstellung von Grafiken. Das ist natürlich auch super! Oft fehlt zu Beginn das nötige Kleingeld, um in professionelles Grafikdesign und Branding zu investieren. Für solche Anfänge habe ich diesen Blog mit Tipps gestartet.

Aber irgendwann wird es wichtig werden, in euren Markenauftritt zu investieren, weil das ganz einfach eine Voraussetzung für kontinuierlichen Erfolg ist. Und genau das geht nicht ohne Profis – wenn der Auftritt gut werden soll.

1. BRIEFING

Angenommen, du kommst zu mir und sagst, „ich mache mich selbständig und muss sichtbar werden“, dann bedeutet das:
Wir sprechen zunächst kostenlos über das, was deine Wünsche und Ideen sind.
Bevor ich überhaupt anfange zu arbeiten, steht nämlich erst einmal das Briefing, bei dem du mir sagst, wer du bist, worum es bei deinem Unternehmen geht und was du vermutlich benötigst.
Das kann z.B. erst einmal nur ein Logo sein. Oder ein umfangreicherer Markenauftritt, bestehend aus Corporate Design, Visitenkarten, Homepage.

Manchmal ist nach einem kurzen Telefonat oder wenigen Emails alles geklärt. Manchmal ist es komplizierter.
Damit es leichter wird und keine Missverständnisse entstehen, gibt es bei mir einen Fragebogen, der vorab vieles klärt, und der hilft, selber vorab zu prüfen, wie du dich positionieren willst.

So erfahre ich, was dein Markenkern ist. Welche Werte du vertrittst. Was kommuniziert werden soll. Was es kosten darf. Mein Stundensatz beträgt 70 €. Je nach Anfrage und Briefing erstelle ich dann ein Angebot.

2. KONZEPTION

Wenn das Angebot freigegeben wird, starte ich mit der Konzeption.
Ich nehme als Beispiel jetzt mal die Erstellung eines Logos, das aus einer Kombination von Wort- und Bildmarke besteht.
Ich will nicht weniger als ein Logo, das einzigartig ist, deinen Markenkern transportiert, deine Zielgruppe direkt anspricht, einprägsam ist und deinen Wert steigert.

Vor dem Entwurf überlege ich. Ich überlege sogar eine ganze Menge:
Wie kommuniziere ich den Markenkern?
Welche Botschaft soll vermittelt werden?
Wird das Design edel oder flippig, seriös oder naturverbunden…?
Welches Bild passt dazu?
Welche Farbwelt unterstützt die Aussage?
Was macht die Konkurrenz, und soll sich das Design bewusst abheben?
Passen eure Wünsche zu dem, was ihr braucht, oder muss ich euch zu etwas anderem raten?
Das sind viele Fragen, und erst, wenn ich die Antworten habe, fange ich mit dem Entwurf an.

3. ENTWURF

Damit ich weiß, ob ein Logo „funktioniert“, skizziere ich zunächst mehrere Ideen und prüfe, ob sie zu deiner Marke passen. Dabei bleiben wir in Kontakt, um uns über die Ideen zu verständigen.
Dann starte ich für mich mit der Umsetzung. Ich starte übrigens in schwarz-weiß, damit mich die Farbfrage nicht von der Form ablenkt.
Erst, wenn ich mit der schwarzen Kombination von Bild und Schrift zufrieden bin, denke ich über Farbe nach.

Dieses Logo habe ich Ende 2017 gestaltet:Logo Coaching Muetter

Der Beruf erfordert Einfühlungsvermögen und eine vertrauensvolle Persönlichkeit.
Es ist ein emotionales, feminines Thema.
Als Bild habe ich einen Schwan illustriert, mit Küken geborgen zwischen Flügeln auf dem Rücken. So erzählt das Logo eine kleine Geschichte.
Beim Schriftbild steht der Name im Vordergrund, denn die Unternehmerin repräsentiert die Marke. Der Font ist dekorativ, weich und weiblich, darunter steht in eleganter Serifenschrift das Angebot.
Die Farben verstärken die Botschaft: Violett wird verbunden mit Mitgefühl, Gleichgewicht, Vertrauen, es regt das Unterbewusstsein an und ist insprierend. Rosa ist feminin, erfrischend und macht empfänglicher.
Hier sind Beispiele anderer Logos, die ich für meine Kunden gestaltet habe:

4. FEEDBACK

Ich präsentiere nun das Design und du kannst dir ein paar Tage Zeit nehmen, um mir Feedback zu geben.
Dabei stehe ich zur Verfügung, wenn es Fragen gibt. Oft gibt es anfängliche Unsicherheiten, die im Gespräch geklärt werden können. Wenn das nicht der Fall ist, gibt es auch immer noch die Möglichkeit der Überarbeitung.

5. ÜBERARBEITUNG

Wenn du noch nicht zufrieden bist, kann ich das Design überarbeiten. Bei berechtigten Einwänden, die sich gut am Briefing ersehen lassen, findet eine Korrektur bzw. Überarbeitung ohne Aufpreis statt. Wenn es sich um eine Überarbeitung handelt, die nicht im Angebot enthalten war, weil sich nachträglich das Briefing ändert, können zusätzliche Kosten entstehen. Das teile ich natürlich vorher mit, und dann kannst du überlegen, ob ich weitermachen soll. Sobald du das Design frei gibst, mache ich mich an die Reinzeichnung.

6. REINZEICHNUNG

Ab hier musst du nur noch warten, bis ich dir die fertigen Dateien liefere. Du bekommst das Logo in Ausführungen für Print und Web, sowie ein Gestaltungsraster, also eine Anwendung für die Größendarstellung in verschiedenen Medien.
Falls du zum Logo auch ein Corporate Design angefordert hast, dann hast du jetzt auch deine eigene Typo (also Hausschrift) und Farbwelt, eventuell auch Slogan und Bildsprache. Warum sich das lohnt, kannst du hier nachlesen.

Jetzt kannst du loslegen! Präsentiere dich bzw. deine Marke mit dem neuen Logo, und das immer wieder! Regelmäßig und konsequent.
Nur so werden deine Kunden dich kennenlernen und sich an dich erinnern.

Sonnige Grüße, Cate von Klasse Gestaltung. 

P.S.
Im Fall des Beispiel-Logos war die Kundin direkt mit dem ersten Entwurf glücklich.
Zu dem Auftrag gehörten auch Homepage, Visitenkarten, Briefpapier, Flyer und Plakat. Natürlich ebenfalls im Corporate Design für den gelungenen Markenauftritt.

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