Heute widme ich mich einer Sache, die nicht nur für Selbständige interessant sein kann: Der Bewerbung, und vor allem dem damit verbundenen Lebenslauf.

Meistens ein lästiges Thema, auf das wir gerne verzichten würden – aber wer glaubt, es sei nur eine Pflichtübung, die wie 08/15 aussehen darf, irrt gewaltig.
Ob man einen Job oder eine Wohnung sucht – die Bewerbung wird eine von vielen sein.

Wie lange, glaubt ihr, nimmt sich die Personalabteilung Zeit, um die Bewerbungsunterlagen zu lesen?
Fünf Minuten? Zehn? Njet, Non, Nö! Es sind durchschnittlich gerade mal 60 bis 120 Sekunden. Und: Über die Hälfte der Entscheider schaut zuerst auf den Lebenslauf!

Natürlich ist das, was ihr zu bieten habt, das A und O.
Eure Kompetenzen sowie das Anschreiben, in dem ihr euch überzeugend darstellen müsst, sind die Basis.
Nur: Wenn all das nicht gesehen wird, weil die Bewerbung untergeht, hilft das wenig.
Als Grafikdesignerin möchte ich hier mit meiner Kernkompetenz unterstützen:
Die Bewerbung, speziell den Lebenslauf, grafisch aus der Masse hervorzuheben.

Nutzt den Lebenslauf als Marketing-Instrument!
Das kann sogar großen Spaß machen, weil ihr kreativ werden könnt!

Um zu zeigen, was optisch möglich ist, habe ich zwei Lebensläufe mit Anschreiben erstellt – einen farbenfrohen für Jobs, bei denen mehr Kreativität gefragt ist, und einen zurückhaltenden, der eher für nüchterne, seriöse Jobs in Frage kommt.
Sie stehen euch bei Interesse auch als Download zur Verfügung (Klick auf’s Bild). Ihr dürft sie gerne zum „Nachbau“ verwenden, falls ihr mögt. Wer Adobe Acrobat auf seinem Rechner hat, kann die Vorlage benutzen, um seine Daten direkt einzutragen.

1. Kreativ – farbenfroh, verspielte Icons, zusätzliche Inhalte wie Social Media Profile

2. Seriös – reduzierte Farbwahl, zurückhaltende Grafiken, eher klassischer Text statt Icons

Was macht beide aus?

ÜBERSCHAUBARKEIT

Wichtig ist, dass es klar und großzügig aussieht.
Teilt die Seite in Spalten auf.
Setzt „Weißraum“ (also Fläche, auf der nichts steht) gezielt als Stilmittel ein, will sagen:
Lasst genug Platz zwischen den Abschnitten.
Das ist übersichtlich und wirkt zudem hochwertiger als eine Seite, die brechend voll ist.
Schreibt nicht zu klein. Minimal zehn Punkt Schriftgröße sollten es schon sein.
In meinen Beispielen auf je einer DIN A4-Seite sind die Überschriften in 16 Punkt, der restliche Text in 12 Punkt.
Nutzt Großbuchstaben und unterschiedliche Schriftschnitte (z.B. normal / regular und fett / bold) zur Verdeutlichung verschiedener Infos.

FARBE

Setzt Farbe gezielt ein. Sie ist ein tolles Werkzeug, um Aufmerksamkeit zu erzielen.
Das verhindert graue Textwüsten, bei denen man schon auf den ersten Blick die Lust verliert, sie zu lesen.
Mein kreativer Lebenslauf fällt durch das positive Gelb sofort ins Auge und wirkt energiegeladen. (Anregungen dazu gibt es auch in meinem Artikel über Farbwahl)
Der seriöse Lebenslauf ist farblich stark reduziert, aber durch die graue Fläche und das Beige als Akzent ist er trotzdem ein Hingucker.

INFOGRAFIKEN

Bei einzelnen Bereichen könnt ihr statt der üblichen Beschreibungen oder Aufzählungen besser Diagramme, Infografiken und Icons verwenden.
Je nachdem, wie fit ihr grafisch seid, denn diese sollten von der Bildsprache her zueinander passen und entsprechend eingefärbt werden.
Ein Balkendiagramm, Sterne oder Kreise, um zu verdeutlichen, wie gut ihr in einem Bereich seid, sollte relativ einfach machbar sein.

Über Resume.Up könnt ihr euren Lebenslauf in einen horizontalen Zeitstrahl umwandeln lassen (manuell oder automatisch, wenn der Dienst z.B. mit dem Facebook-Account verknüpft wird).
Ähnlich funktioniert Vizualize.Me – hier könnt ihr aus verschiedenen Designs wählen und Infografiken erstellen lassen. Allerdings gibt es Grenzen, denn die Überschriften lassen sich nicht ins Deutsche übersetzen.

DIE FÜNF GRÖSSTEN BEWERBUNGSFEHLER

Zum Abschluss eine (größtenteils nicht-grafische) Liste über Fehler, die es zu vermeiden gilt:

1. Ein und dasselbe Anschreiben für alle Bewerbungen verwenden und nur die Adresse anpassen.

2. Rechtschreib- oder Grammatikfehler! Wenn ihr unsicher seid, lest auf jeden Fall dreimal Korrektur, und nutzt Online-Hilfen wie die Rechtschreibprüfung.

3. Zu viel schreiben – denkt an die knappe Zeit, die Personaler sich nehmen, und bringt es auf den Punkt!
Lange, öde, inhaltsleere Formulierungen, die nichts über euch verraten, landen im Müll.

4. Ein schlechtes Foto! Wenn ihr kein wirklich gutes habt, lasst es lieber weg.

5. Und natürlich: langweilige Layouts, die schon optisch kein Interesse wecken.

Ich hoffe, nach diesem Artikel ist der letzte Punkt nicht mehr von Belang. 🙂
Wenn noch Fragen offen sind, freue ich mich über Kommentare, oder schreibt mir einfach.

Wenn ihr selber keine Lust oder Zeit habt, eure Bewerbung zu einem optischen Highlight zu machen, könnt ihr mich natürlich auch damit beauftragen. 😉

Fragen dazu beantworte ich gerne und unverbindlich.

Sonnige Grüße,
Cate von Klasse Gestaltung  (hier seht ihr übrigens meinen eigenen Lebenslauf)

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Credits: Startfoto (edited) by Ben Kolde on Unsplash

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